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 Moin!

Auf der Nordseeinsel Borkum wird mit „NETfficient“ gerade ein zukunftsweisendes Projekt umgesetzt, das bei erfolgreichem Verlauf dazu beitragen wird, die Energiewende entscheidend voranzubringen. So könnten die Projektergebnisse offene Zukunftsfragen beantworten – und dabei helfen, innovative Technologien zu entwickeln, die eine 100-prozentige Versorgung mit grüner, klimafreundlicher Energie ermöglichen.

Damit auch Sie stets auf dem Laufenden bleiben und verstehen, was hinter dem komplexen Projekt steckt, werden die Stadtwerke Borkum nun regelmäßig Newsletter veröffentlichen, die über das Projekt und seinen Verlauf informieren.

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Hier wird die Zukunft gemacht!

Das Projekt „NETfficient“ geht in die heiße Phase

Haben Sie sich auch schon gefragt, wieso Mitarbeiter und Partner der Stadtwerke sowie Borkumer Installationsbetriebe vor einigen Wochen viele zusätzliche Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Privathäusern, Betrieben und des Luftbades installiert haben? Die Antwort lautet: Hier wird gerade die Zukunft gemacht! So haben sich die Stadtwerke Borkum mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus sieben europäischen Ländern zusammengeschlossen, um Lösungen für eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit zu entwickeln: nämlich regenerative Energie auch dann nutzen zu können, wenn Wind und Sonne mal Pause machen.

Im Rahmen des von der Europäischen Union mit 9 Millionen Euro geförderten Projektes „NETfficient“ arbeiten die Projektpartner seit 2015 mit Hochdruck daran, der Energiewende zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen. Sogenannte „smart grids“ – d.h. intelligente Stromnetze – sollen künftig die zahlreichen Photovoltaik- sowie Windkraftanlagen und Solarparks miteinander verknüpfen und eine zu jeder Tages- und Nachtzeit zuverlässige Versorgung mit erneuerbaren Energien ermöglichen. Hierdurch soll ein „virtuelles Kraftwerk“ geschaffen werden, das Stromproduzenten und -konsumenten vernetzt und die erzeugte Energie nach Bedarf verteilt.

Ideales Testfeld
Die Nordseeinsel Borkum dient hierbei als ideales Versuchsfeld. Da sie komplett vom Meer umgeben ist, verfügt sie über eine in sich abgeschlossene, gut bewertbare Bilanzhülle bzw. Netzsituation – und bietet folglich als Energieinsel perfekte Voraussetzungen für die Erprobung von Speichertechnologien und Energiemanagementsystemen. Demzufolge werden alle bahnbrechenden Entwicklungen genau hier getestet, um sie schließlich zur Marktreife führen zu können.

Nachdem sich die beteiligten Partner aus den Bereichen Industrie, Wissenschaft, Forschung, Versorgung und Verwaltung in den letzten beiden Jahren auf die grundsätzliche Planung des Zukunftsprojektes konzentrierten, erfolgt nun die konkrete Projektumsetzung – die wir nicht zuletzt auch an den vermehrten Photovoltaik-Anlagen auf Haus- und Betriebsdächern erkennen.

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Die Partner

Hand in Hand in ein neues Energiezeitalter

• Ayesa (Spanien)

• CRS4 (italien)

• Fraunhofer ISE (Deutschland)

• PowerTech Systems (Frankreich)

• Schneider Electric (Deutschland)

• Stadtverwaltung von Santander (Spanien)

• Steinbeis-Europa-Zentrum (Deutschland)

• Swerea IVF AB (Schweden)

• Universität Cagliari (Italien)

• Vandeborre Energy Systems (Belgien)

• Williams Advanced Engineering (UK)

• Wirtschaftsbetriebe der Stadt NSHB Borkum (Deutschland)

• ZIGOR Research & Development (Spanien)

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Komplex – aber verständlich!

Konkrete Projektumsetzung

Auch wenn viele Projektschritte auf den ersten Blick ziemlich kompliziert scheinen, ist die Umsetzung jedoch relativ einfach nachzuvollziehen. So erfolgt sie in allen unterschiedlichen Anwendungsbereichen nach dem gleichen Grundprinzip: Mittels Solarzellen gewonnene Energie wird verschiedenen innovativen Speichersystemen – z.B. Second Life Batterien (= wiederverwertbare Batterien aus Elektroautos) – zugeführt. Bei Bedarf kann die hier gespeicherte Energie für die eigene Versorgung genutzt – und überschüssig produzierter Strom ins örtliche Netz eingespeist werden. Die Steuerung wird dabei von einem zentralen Energiemanagementsystem übernommen. NETfficient konzentriert sich dabei auf die folgenden 5 Anwendungsfälle:

• Batteriesystem speichert überschüssige Energie
An das Borkumer Mittelspannungs-Stromnetz wurde ein Batteriespeichersystem angeschlossen, das die überschüssige Energie aus Windkraft und Photovoltaik speichert. Eine besondere Kombination aus verschiedenen Batterien und Kondensatoren soll dabei eine schnelle Aufnahme sowie Abgabe der Energie realisieren.

• Haushalte werden zu Stromproduzenten
Insgesamt wurden auf Borkum rund 40 ausgewählte Haushalte mit Photovoltaik-Anlagen und verschiedenen Speichersystemen ausgestattet. Die Testhaushalte können sich somit autark mit Energie versorgen, Leistungsspitzen kompensieren und überschüssige Energie ins Netz einspeisen.

• Integration energieintensiver Betriebe
Auch größere Gebäude wie z.B. Hotels und Kliniken wurden testweise mit effizienten Photovoltaik-Anlagen sowie leistungsstarken Speichersystemen ausgerüstet. Besonders profitieren hierdurch energieintensive Betriebe wie z.B. Bäckereien, die tagsüber Energie produzieren und speichern – und nachts wieder aus den Batterien herausziehen können.

• Straßenbeleuchtung wird solar
In einem Straßenbeleuchtungsgebiet von rund 50 Lampen im Bereich Upholmstraße / Richthofenstraße / Weidenstraße wurde eine 4 kW-Photovoltaikanlage mit einem 15 kWh Batteriespeicher angeschlossen. Die am Tag aus der Sonne gezogene Energie kann so in der Nacht genutzt und in LED-Beleuchtung umgesetzt werden.

• Kühlung für Nordsee Aquarium
Auf dem Dach des Nordsee Aquariums und des angrenzenden Luftbades wurden mehrere Photovoltaik-Module installiert. Diese sorgen für den Betrieb einer Wärmepumpe, die wiederum nach dem Kühlschrankprinzip dafür verantwortlich ist, das Wasser in den Becken der Aquarium-Bewohner ausreichend zu kühlen.

Alle fünf Anwendungsfälle werden schließlich über eine Management-Plattform zu einem „virtuellen Kraftwerk“ zusammengeführt, sodass bei Bedarf überschüssige erneuerbare Energie – z.B. aus Windkraft – in den Anwendungsfällen gespeichert und bei Bedarf wieder verbraucht werden kann. Zudem kann auch auf Engpässe im übergeordneten Stromnetz durch Einspeisung der Batteriekapazitäten reagiert werden.

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Unmittelbarer Nutzen

Borkum profitiert nachhaltig

NETfficient ist nicht nur zukunftsweisend, sondern bringt auch unmittelbar konkreten Nutzen. Besonders nachhaltig profitiert die Insel Borkum dabei von den im Rahmen des Projektes installierten Anlagen und Speichersystemen, die nach Ablauf lohnenswert an die teilnehmenden Haushalte, Hotels, Betriebe und Einrichtungen veräußert werden sollen. Bei einer Lebensdauer von rund 12 Jahren sowie einer durchschnittlichen Energiekosteneinsparung von ca. 800 Euro jährlich, ist die Investition in eine Übernahme der entsprechenden Anlagen durchaus lohnenswert!

Last but not least unterstreicht die Teilnahme am Projekt auch den Anspruch der Nordseeinsel Borkum, die für Gesundheitstourismus, heilende Seeluft und schadstoffarmes Hochseeklima steht. NETfficient wird hier deshalb auch als wirksames Gegenmodell zu luftverschmutzenden Kohlekraftwerken – und somit zur Entwicklung im niederländischen Eemshaven – verstanden und als eine Art nachhaltiges Tourismusmanagement aufgefasst.

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Kurz notiert:

Moderne Showrooms veranschaulichen Projekt

Wer sich noch genauer informieren möchte, wie das Projekt aufgebaut und umgesetzt wird, sollte unbedingt einmal die offizielle Webseite des Projektes besuchen (www.netfficient-project.eu/virtual-showroom), auf der Interessierte einen virtuellen Showroom finden. Zudem haben die Stadtwerke Borkum in der Hindenburgstraße 110 einen reellen Showroom eingerichtet, der nach vorhergehender Anmeldung besichtigt werden kann.

(Anmeldung bei Olaf Look, Tel. 04922/933822, Mobil: 0151/18809891, E-Mail: olaf.look@borkum.de)

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Beeindruckende Animation

Intelligente Stromnetze werden künftig ein unverzichtbarer Bestandteil der Energieerzeugung und -versorgung sein. Unter folgendem Link finden Sie eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Animation, die auf beeindruckende Weise verdeutlicht, wie „smart grids“ funktionieren. bitte hier klicken

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